World Cruise 2016 - 14. Januar

Machu Picchu


Um 6 Uhr morgens riss uns der Wakeup Call aus den unruhigen Schlaf. Das Sacred Valley liegt auf 2800 Meter und in dieser Höhe schläft man eher schlecht, weil man den Sauerstoffmangel nicht gewohnt ist. Wir übernachteten nicht in Cusco da diese Stadt auf 3400 Meter liegt und manche Personen dort bereits Anzeichen von Höhenkrankheit wie Kopfschmerzen bekommen. Wir bewegen uns ja auf dem Schiff immer auf Meereshöhe und sind an diese Höhen nicht akklimatisiert.

Beim Morgenessen bekamen wird die gute Nachricht, dass unser Gepäck eingetroffen sei und so konnten wir den Tag sorgenfrei in Angriff nehmen, zumal heute der erste absolute Höhepunkt unserer Weltreise auf dem Programm stand.

Vom Hotel wurden wir zum lokalen Bahnhof gefahren und dort bestiegen wir den Hiram Bingham Luxury Train nach Machu Picchu. Es fahren verschiedene Züge mit unterschiedlichem Komfort auf dieser Strecke, aber der Hiram Bingham (benannt nach dem Entdecker von Machu Picchu) fährt nur einmal täglich hin und wieder zurück.





Eine Fahrt dauert rund 2.5 Stunden. Sie beginnt im Sacred Valley auf 2800m und endet in Machu Picchu auf rund 2000m. Man fährt also das Tal hinab und nicht wie viele vermuten bergauf. Auf der Fahrt wurden wir mit Livemusik aus Peru und einem erstklassigen Mittagessen verwöhnt.

Die Fahrt führt aus dem Klima der Anden langsam in den Regenwald des Amazonas. Der Fluss endet weiter unten dann auch tatsächlich als Nebenfluss des Amazonas. Machu Picchu befindet sich also genau am Rande des Amazonasbeckens in den Anden und war das Ende des östlichen Ausbreitungsgebiets der Inkas.


Der Bahnhof liegt in einem engen Tal mit vielen Häusern zwischen denen sich hunderte Verkaufsstände und ein paar kleine Hotels vor allem für Eco-Touristen und Backpacker befinden.

Am Bahnhof besteigt man einen Bus der einen in halsbrecherischer Fahrt rund 25 Minuten lang über endlose Serpentinen auf einer unbefestigten Schotterstrasse 400 Meter wieder in die Höhe bringt. Dort liegt Machu Picchu die vergessene Stadt der Inkas die erst 1911 von besagtem Hiram Bingham wieder entdeckt wurde.

Machu Picchu war keineswegs der letzte Rückzugsort der Inkas sondern vielmehr eine Art Club Med des 15. Jahrhundert. Natürlich gab es Tempel und einen Königspalast, aber man findet auch Wohnhäuser für gewöhnliche Inkas. Die Strecke zwischen Cusco - der Inka Hauptstadt - und Machu Picchu wurde auf dem Inka-Trail mit Alpacas (eine Art der Lamas) in rund 2 Tagen zurückgelegt. Heute kann man den Trail mit dem Bike oder zu Fuss in 2 - 4 Tagen zurücklegen, aber dazu muss man sich bis zu 3 Jahre im voraus anmelden.

Wir erhielten eine rund zweistündige Führung durch die Ruinen von Machu Picchu und am Ende kletterten wir die Stufen zum höchsten Aussichtspunkt hinauf um die Perspektive zu haben, mit welcher Machu Picchu uns allen bekannt ist. Nur die drei Schweizer Paare und ein Amerikaner schafften das, alle anderen zogen es vor in der Lodge einen Tee zu trinken bis wir wieder in die Busse steigen mussten.


Der Wettergott spielte auch mit und wir hatten wunderbares Wetter mit leichter Bewölkung, so dass wir weder die warmen Kleider noch den Regenschutz herausnehmen mussten - dies war umso erstaunlicher da wir uns hier in der Regenzeit befinden und das Wetter in Machu Picchu in dieser Jahreszeit völlig unberechenbar ist. Wir hätten also genauso gut Dauerregen und Nebel vorfinden können.


Auf der Rückfahrt im Zug wurde uns ein Galamenü und Drinks serviert. Vom Bahnhof fuhren wir anschliessend rund 90 Minuten wieder hinauf auf 3400m nach Cusco wo wir im Hotel Monasterio unsere Zimmer bezogen. Dieses Hotel war ein ehemaliges Kloster und wurde sehr sorgfältig restauriert, so dass man sich noch immer in einem Kloster wähnt, aber mit dem Komfort eines Fünfsternehotels.