World Cruise 2016 - 25. Januar

Pitcairn Islands


In der Nacht durchfuhren wir einen Sturm mit Windstärke 9 und das Schiff bewegte sich stark. Keine guten Voraussetzungen für den heutigen Besuch der Pitcairn Islands.

Umso mehr staunten wir als sich der Tag am Morgen freundlich und das Meer wesentlich ruhiger präsentierten.

Am späten Vormittag konnte man die Insel schemenhaft erkennen und als wir näher kamen, konnten wir ein kleines tropisches Paradies erkennen.

Wer kennt nicht die Geschichte der Meuterei auf der Bounty!
Unzählige Male verfilmt unter anderem mit Marion Brando oder Mel Gibson.

Die Bounty war ein dreimastiges Segelschiff das 1787 unter der Führung des Lieutenant William Bligh zu einer Reise in die Südsee aufbrach um Setzlinge des Brotfruchtbaums von Tahiti zu den Antillen zu bringen. Auf der Rückreise kam es zur berühmten Meuterei auf der Bounty.

Die Bounty erreichte Tahiti am 25. Oktober 1788 und ging vor Anker.

Das Schiff verbrachte fünf Monate dort, da sich der Brotfruchtbaum zur Ankunftszeit in einer Ruhephase befand und nicht sofort Stecklinge zu ziehen waren.

Die Mannschaft und auch Bligh genossen das Leben mit den freundlichen Menschen, es gab zahlreiche Kontakte zu Tahitianerinnen. Einige Besatzungsmitglieder, etwa Fletcher Christian und Peter Heywood, gingen längerfristige Beziehungen ein.

Ende Dezember schien die Disziplin verfallen zu sein. Am 5. Januar 1789 versuchten drei Männer mit einem Beiboot zu desertieren, wurden jedoch am 22. wieder eingefangen und mit einem Dutzend oder zwei Dutzend Hieben bestraft, was angesichts der Tat damals als äußerst milde galt.

Am 4. April 1789 verliess die Bounty Tahiti mit Kurs auf die Endeavour-Strasse, den südlichsten Teil der Meerenge zwischen Australien und Neuguinea. Sie hatte 1015 Jungpflanzen an Bord.

Südwestlich von Tofua, heute ebenfalls zu Tonga gehörig, kam es am 28. April zur Meuterei.
Am Vorabend war Christian von Bligh beschuldigt worden, sich am Schiffsvorrat an Kokosnüssen vergriffen zu haben. Christian, der sich ungerecht behandelt fühlte, betrank sich anschließend und sprach gegenüber einigen Matrosen davon, mit einem Floß nach Tahiti zurückkehren zu wollen. Diese scheinen ihm dann zugeredet zu haben, stattdessen Bligh auszusetzen.

Die kleine Schar um Christian durchsegelte auf der Suche nach einer Bleibe die Cookinseln, die Tonga- und die Fischi-Inseln, bevor sie sich nach Osten wandten. Einige der Frauen hatten inzwischen die Gruppe verlassen, so dass neben den neun Briten nur noch vier Männer aus Tahiti, zwei Männer aus Tubuai und zwölf Frauen aus Tahiti an Bord waren.

Am 15. Januar 1790 wurde die Insel Pitcairn gesichtet, die zuvor noch kein Europäer betreten hatte. Pitcairn lag, für die Meuterer um Christian erstrebenswert, mitten im Pazifik, fernab jeder Handelsroute. Die Insel bot, falls sie bewohnbar war, daher das ideale Versteck.

Von den Meuterern lebten Ende Oktober 1793 nur noch vier, nämlich Young, Adams, McCoy und Quintal, ab Ende 1800 nur noch John Adams, der als Drittletzter der gesamten Mannschaft am 5. März 1829 starb.

Als direkte Nachfahren dieser Meuterer leben heute noch rund 45 Personen auf der Insel.

Als wir vor der Insel ankerten näherte sich bald ein Boot mit rund 40 Personen. Man liess sie an Bord und es wurden Verkaufsstände für die Passagiere aufgestellt. Die Inselbewohner leben weitgehend autark, müssen keine Steuern bezahlen und verdienen ein paar Dollar mit Souvenirs welche sie auf den selten vorbeischauenden Kreuzfahrtschiffen verkaufen können (für 2016 sind gerade mal 6 Kreuzfahrtschiffe angemeldet).



Da auch hier die Dühnung stark war, wurde uns mitgeteilt, dass wir auch hier nicht mit den Tenderbooten auf die Insel fahren könnten. Irgendwie gelang es dann aber einen Deal mit den Einheimischen zu machen und so wurden vier Überfahrten auf die Insel mit je 25 Personen organisiert für einen Fotostopp von rund je 10 Minuten.


WIr konnten mit dem letzten Boot auf die Insel und es war eine Achterbahnfahrt über die Wellen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir waren auf der Insel der Meuterer, haben die Nachfahren kennengelernt und ihnen auch ein paar Dollars für Souvenirs dagelassen.


Bei der Rückfahrt haben wir noch zwei Meeresschildkröten gesehen und sind über die Reste der versenkten Bounty gefahren. Es war ein sehr guter Tag.