World Cruise 2016 - 31. Januar

Bora Bora


Wir sitzen auf dem Balkon unserer Kabine und schauen auf die gegenüberliegende Insel mit den dichten grünen Palmen und Bäumen. Es ist rund 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit wird knapp unter 100% sein. Wir sind froh, dass die Sonne nur sehr sporadisch durch die Wolkendecke dringt und die erdrückende Luft noch heisser macht.

Am Morgen erreichten wir Bora Bora. Hier wurden unzählige Südseefilme gedreht und in den USA ist Bora Bora ein Traumziel für Flitterwochen. Wir waren also gespannt, wie sich uns das Atoll zeigen würde.

Ich hatte mir Bora Bora als St. Tropez der Südsee vorgestellt, aber bereits als wir das Tenderboot verliessen, wurden wir von den uns bereits bekannten Souvernirständen empfangen. Nichts von grosser, glamouröser Welt. Hinter den Ständen befindet sich die Hauptstrasse mit unzähligen Perlenshops, welche wir auch bereits in Moorea und Tahiti gesehen haben. Offenbar hat auch Bora Bora nur Perlen und weisse Strände zu bieten - nur wo sind diese Strände?

Wir bestiegen ‚Le Truck‘ für eine weitere Inselrundfahrt. Auf Bora Bora wohnen rund 8’000 Personen, welche ausschliesslich vom Tourismus leben. Neben der Inselrundfahrt hatten wir auch die Wahl eines Off-Road Abenteuers in die Berge, Fisch-Watching im Glasbodenboot, Katamaran und sogar Helikopterflüge.

Die Silver Whisper war das einzige Schiff in der Lagune und auch im kleinen Hafen merkte man, dass wir hier nicht zur Hochsaison angereist waren. Die Händler buhlten um unsere Aufmerksamkeit.

Der Bus nahm uns auf eine Fahrt über die holprige Hauptstrasse rund um die Insel.


Einen ersten Stopp machten wir bei einem kleinen Markt wo uns gezeigt wurde, wie die farbigen Tücher (Pareo’s) von Hand hergestellt werden und wie man sie sich um den Körper binden kann. Zumindest war hier mal echte Handarbeit zu sehen, die polynesischen Shirts, welche man überall kaufen kann sind allesamt ‚made in Thailand‘ oder Bangladesh.


Für 10 Dollar haben auch wir uns ein Tuch gekauft da wir bereits genug Muscheln zuhause gebunkert haben.

Le Truck machte noch ein paar Fotostopps wo wir auch die teuren Ferienresorts sehen konnten. Es existieren etwa fünf solcher Resorts und eine Nacht in einem Bungalow auf dem Wasser kann je nach Saison locker über 1000 Franken pro Nacht kosten. Während unserer Fahrt sahen wir aber auch viele geschlossene Resorts, welche halbverfallen zwischen den Palmen liegen - so auch der Club Med Bora Bora, welcher doch mal Weltruf hatte.

Die Wirtschaftskrise und die unverschämt hohen Preise scheinen auch hier ihre Spuren hinterlassen zu haben.

Etwa zwei der Resorts liegen direkt auf der Hauptinsel, eines liegt auf dem Riff draussen und weitere auf den kleinen Inseln in der Lagune. Das Sofitel Resort liegt sogar auf einem privaten, vorgelagerten Motu (Insel in der Lagune).

(ehemaliges Haus von Marlon Brando)

Die Strasse um die Hauptinsel ist gut 30 Kilometer lang und wir abolvierten den Rundkurs in rund zwei Stunden. Die Hauptinsel hat nur einen öffentlichen Strand, welcher neben dem weissen Sand auch viele Korallenstücke hat und somit Badeschuhe empfehlenswert sind.


Die berühmten weissen Strände sind von den Resorts belegt und nicht frei zugänglich, um sie zu geniessen muss man also mit dem dicken Portemonnaie nach Bora Bora kommen.

Von St. Tropez-Glamour und Stil haben wir hier leider nichts vorgefunden. Alles spielt sich offenbar in den Resorts ab, auf der ganzen Rundfahrt haben wir gerade mal ein nennenswertes Restaurant gesehen ‚Bloody Mary’s‘, welches von allen Berühmtheiten, welche auf Bora Bora waren, besucht wird. Offenbar ist es so eine Art Instanz, welches sogar eigene T-Shirt’s verkauft (unsere US Passagiere waren ganz wild auf die T-Shirt’s).


Wer den Traum der Südsee leben will, muss nach Bora Bora kommen. Es empfiehlt sich jedoch die Limite der Kreditkarte zu erhöhen. Länger als eine Woche wird man es hier aber kaum aushalten, da es ausserhalb der Resorts nichts zu entdecken gibt und die schönsten Strände den Resorts selber gehören.

Wer weisse Strände, Sonne und Palmen sucht, muss nicht unbedingt bis Bora Bora reisen.