World Cruise 2016 - 14. März

Ho Chi Minh City (Saigon)


Auf Saigon war ich sehr gespannt. Immerhin hat es während des Vietnamkrieges eine wichtige Rolle gespielt und war durch die vielen amerikanischen Soldaten und Subventionen bei Kriegsende wesentlich weiter entwickelt als das nordvietnamesische Hanoi.


Saigon wurde nach Kriegsende quasi als Strafmassnahme in Ho Chi Minh City umbenannt. Die heutigen Bewohner und unsere Führer nannten auch immer brav diesen Namen, aber wenn man sich auf den Strassen umsieht, ist Saigon noch immer omnipräsent, immerhin liegt die Stadt am Saigon River und so findet man eben den Saigon Port, das Saigon Hotel, etc.


Unsere heutige Tour war mit ‚Highlights of Ho Chi Minh City‘ betitelt. Wir hatten ja bereits am Vorabend einen ersten Eindruck von der Stadt gewinnen können, aber nun sollten wir die Highlights bei Tageslicht sehen können.


Was einem sicher auffällt ist, dass Saigon aktuell noch eine eindrücklichere Skyline hat als Hanoi. Dies wird sich aber bald ändern da sich in Hanoi nicht weniger als 20 Wolkenkratzer im Bau befinden.

Überhaupt holt die Hauptstadt gegenüber Saigon enorm auf und wird in wenigen Jahren dieses an Grösse wohl übertroffen haben. Trotzdem wird Saigon das ökonomische Zentrum Vietnams noch für einige Zeit bleiben, da es über einen grossen Hafen verfügt und die besseren Kontakte nach Japan und Korea hat, welches die beiden Hauptinvestoren in Vietnam sind.

Was einem in Saigon auch auffällt ist, dass hier die staatlichen Organe wie Polizei und Zoll sich wesentlich weniger kommunistisch geben als im Norden Vietnams. Mussten wir in Halong noch persönlich bei einem Zollbeamten vorbeigehen, waren in Saigon am Hafen kaum Zöllner zu sehen, noch wurden unsere Ausweise oder das Gepäck kontrolliert.

Wir fuhren zuerst zu einem Museum wo uns der Guide das alte Vietnam vorstellte. Das Museum war klein und es gab nicht allzu viel zu sehen, dafür war die Luft heiss und stickig.


Die nächste Station galt (wie so oft auf diesen Führungen) einem Handwerksbetrieb. Dort wurden Bilder mit Perlmutt-, Entenschalenstücken und Farben auf Holztafeln, -kisten und -teller gemalt und dann lackiert.


Es waren ausserordentlich schöne Stücke und daher nahmen auch wir für einmal das Portemonnaie zur Hand und kauften ein Bild um die vietnamesische Wirtschaft etwas zu unterstützen.


Danach kamen die wirklichen Highlights an die Reihe. Wir wurden zum ehemaligen Präsidentenpalast Südvietnams gebracht, welcher heute ein Museum beherbergt (siehe Titelbild).

Es ging weiter zur Oper, zur Hauptpost, zum Parlamentsgebäude und zur Kathedrale, welche alle noch aus der französischen Kolonialzeit stammen.






Natürlich durfte auch ein Besuch des grössten Marktes Saigons nicht fehlen. Dort kann man für unglaublich tiefe Preise (T-Shirt ab 2 Franken, Kleid ab 8 Franken) Kleider kaufen und natürlich waren auch alle bekannten Marken als ‚Fake-Produkte‘ erhältlich.


Zum Abschluss wurden wir noch in einen chinesischen Tempel geführt, welcher zu Ehren der Göttin des Meeres erbaut worden ist und noch aus der Zeit stammt, als die Chinesen mit Schiffen nach Süden wanderten.


Der Verkehr in Saigon ist längst nicht so eindrücklich wie in Hanoi, obwohl auch hier tausende Motorscooter unterwegs sind. Während man in Hanoi noch immer den Charme aus vergangener Zeit sehen und spüren kann, hat Saigon diesen leider verloren. Auch bei den Highlights hat uns Hanoi viel besser gefallen als Saigon.


Die Fahrt mit dem Schiff vom Mekongdelta den Saigon River hinauf und wieder hinunter war aber ein echtes Highlight und den Besuch Saigons auf jeden Fall wert.