World Cruise 2016 - 27. März

Mandalay, Myanmar (Burma)


Heute morgen war wieder einmal Frühschicht angesagt. Um 4:45 Uhr verliessen wir das Schiff und wurden zum Flughafen von Yangon gebracht. Die Strassen in Myanmar sind sehr schlecht und dies hat auch Einfluss auf die Stossdämpfer der alternden Busse, daher wähnt man sich eher im Traktor mit dem man über einen Kartoffelacker fährt, als auf der Strasse. Dementsprechend lange dauern Fahrten mit dem Bus in Myanmar, auch für relativ kurze Strecken.

Wandernde Bauern


Nach 90 Minuten hatten wir die rund 30 Kilometer zum Flughafen geschafft. Wir bestiegen einen altersschwachen Airbus A320 der ‚Golden Myanmar Airlines‘ und flogen Richtung Mandalay. Mandalay liegt im Norden von Myanmar und hat ein bedeutend heisseres Klima als Yangon. Der Flug dauerte eine gute Stunde, die Sitzlehnen waren mit Klebeband notdürftig repariert und zum Frühstück wurde ‚Sticky Rice‘ - ein typisch burmesisches Frühstück - serviert. Es hatte kaum Geschmack und wir stocherten verlegen in der Schüssel herum bevor wir diese schnell wieder zudeckten.

Strassenszene in Mandalay


Unser Ziel Mandalay war bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Hauptstadt Burma’s und ist auch heute noch das kulturelle und religiöse Zentrum des Landes. Mit kapp 2 Millionen Einwohnern ist Mandalay wesentlich kleiner und auch weniger industrialisiert als Yangon.

Mönche im Tempel


In Mandalay stand ein riesiger Komplex mit dem Königspalast auf einer Fläche von rund 2 Quadratkilometer. Nachdem die Engländer 1885 Mandalay eroberten, den König ins indische Exil schickten und den Palast plünderten, brannte dieser wenige Jahre später komplett nieder, so dass heute nur noch der Wassergraben und die Palastmauer zu sehen sind. Da alle Häuser aus Holz gebaut waren, blieb nichts mehr übrig und das Gelände wird heute grösstenteils vom Militär genutzt.

Das Hotel Mandalay Hill mit der Palastmauer im Hintergrund


Um 9 Uhr landeten wir in Mandalay und wurden von 35 Grad Hitze begrüsst. Glücklicherweise waren wir rasch im Bus und wurden zur ersten Station gefahren.

Junges Mädchen am Webstuhl


Unsere erste Station war eine Weberei in welcher uns die traditionelle Webkunst gezeigt wurde. In Myanmar tragen sowohl Frauen als auch Männer eine Art Rock und daher sind Stoffe hier sehr wichtig. Die Artikel im angrenzenden Shop waren allerdings mechanisch hergestellt.

Die gelbe Gesichtsbemalung dient der Schönheit(Makeup) und dem Schutz vor Sonnenlicht


Wir fuhren weiter zur ‚Mahagandayon Monastery‘ einem Kloster, in welchem über 1000 Mönche wohnen. Hier konnten wir die tägliche Prozession des Mittagessens beobachten. Pünktlich um 10:30 Uhr ertönt ein Gong und aus allen Wohnhäusern strömen die Mönche heraus und stellen sich fürs Mittagessen in zwei Reihen auf (siehe Titelbild).

Die Kantine der Mönche


Vom Kloster ging es zur ‚U-Bein Bridge‘. Es handelt sich hier um eine 1,2 Kilometer lange Brücke aus Teakholz. Sie ist rund 170 Jahre alt und die längste Holzbrücke der Welt. Die Brücke diente der Überquerung des Sees damit die Leute vom anderen Seeufer nach Mandalay kommen konnten.

U-Bein Brücke, in der Sommerzeit (März-Mai) hat der See sehr wenig Wasser


Wir machten einen Kurzstopp bei den Goldschlägern. Diese Männer hämmern auf Goldplatten und machen sie dadurch in mehreren Prozessen immer dünner bis das Blattgold hauchdünn geworden ist und als kleine Päckchen zu 10 Blatt für 3-8 Dollar verkauft werden kann.

Goldschläger in Mandalay


Anschliessend war die ‚Mahamuni Pagode‘ auf dem Programm. Hier steht eine Buddha Statue, für welche nach der Überlieferung noch Buddha persönlich Modell gestanden haben soll, als er Burma vor 2600 Jahren besucht hatte. Da man in Myanmar solche Kostbarkeiten immer mit Gold - welches es hier in vielen Minen zur Genüge gibt - verziert werden, ist diese Statue mittlerweile unter rund 15cm Blattgold begraben und noch immer kleben die Leute den ganzen Tag weitere Goldblätter auf.

Blattgold wird von den Gläubigen an Ständen gekauft und dann aufgeklebt


Wir waren froh als wir fürs Mittagessen in unser Hotel ‚Mandalay Hill Resort‘ gebracht wurden wo wir köstlich verpflegt wurden und uns etwas ausruhen konnten.

Dieser Buddha wird besonders verehrt


Um 15:30 Uhr ging es weiter zur ‚Golden Palace Monastery‘. Dies ist eigentlich gar kein Kloster sondern das einzig erhaltene Holzhaus aus der Königszeit und gehörte ebenfalls dem König und war - wie nicht anders zu erwarten - komplett mit Gold überzogen gewesen. Durch das Alter von rund 200 Jahren ist allerdings das Gold auf der Aussenseite ausgewaschen worden. Nur kleine, lichtgeschützte Stellen zeigen noch einen Hauch von Gold. Im Innern allerdings kann man die alte Pracht noch immer bewundern.

Nur die Schnitzereien sind noch gut sichtbar, das Gold wurde ausgewaschen


Das Innere des Hauses


Weiter fuhren wir zur ‚Kuthodaw Pagoda‘, welche das grösste Buch der Welt beherbergt. Wer sich nun vorstellt, dass hier einfach ein sehr dickes Buch ausgestellt wird, liegt vollkommen falsch. Vielmehr hatte der zweitletzte König von Burma eine Art Kongress veranstaltet und dazu viele buddhistische Mönche aus Burma und Indien eingeladen. Diese Mönche rezitierten alle Zitate Buddha’s und diese wurden dann auf 1460 Steinplatten gemeisselt. Jede Platte ist 107cm breit, 153cm hoch und aus 13cm dickem Marmor. Damit das Ganze nicht zerstört wird, wurde über jeder Platte eine kleine Stupa errichtet und gesichert. Die Stupa’s liegen in schöner Reihe über 5 Hektaren verteilt.

Eine Marmorplatte von 1460 Stück, jede Platte ist beidseitig beschrieben


Unter jeder Stupa steht eine Marmorplatte


Wir fuhren zurück zum Fusse des Mandalay Hill um den Sonnenuntergang oben bei dem Tempel geniessen zu können. Da die Strasse hinauf eng und kurvig war, mussten wir in kleine Van’s umsteigen, welche von der lokalen Bevölkerung als Kleinstbusse benutzt werden.

Mandalay Hill


Immer acht Personen mussten hinten auf die Ladebrücke steigen, wo es zwei Sitzbänke hatte (auf der Strasse sieht man diese Busse meist mit 12 und mehr Personen). Dann ging es los und der Fahrer bewältigte die Serpentinen als sei er an einem Bergrennen. Es kamen Erinnerungen an den Höllenritt bei Machu Picchu auf.

Fahrt auf den Mandalay Hill

Oben angelangt konnten wir einen weiteren Tempel und den Sonnenuntergang über Mandalay bewundern. Von hier oben hatte man eine gute Sicht über die Stadt, den Königspalast und unser Hotel am Fusse des Hügels.

Sonnenuntergang über Mandalay


Es ging zurück zum Hotel wo wir in der herrlichen Gartenanlage ein burmesisches und ein mongolisches Barbeque und Vorführungen von Volkstänzen geniessen konnten.

Der Garten des Mandalay Hill Resorts


Burmesische Tänzerinnen