World Cruise 2016 - 10. April

Muscat, Oman


Mit Oman hatte ich mich eigentlich bisher nie befasst. Aus der Schule war mir in Erinnerung geblieben, dass es sich um ein sehr rückständiges, abgeschottetes Land handelt.


Als wir uns am Morgen der Küste näherten, sahen wir eine zerklüftete Szenerie mit Felsen und weissen Gebäuden dazwischen. Bereits bei der Ankunft im Hafen sahen wir neue, schöne Gebäude und die modernen, sauberen Busse warteten bereits auf uns.


Für den Morgen waren wir zu einer weiteren ‚Silversea Experience‘ eingeladen. Diesmal hatte Silversea für uns eine exklusive Morgenführung durch das Opernhaus von Muscat organisiert.


Man mag sich nun wundern, weshalb ein islamisches, arabisches Land ein Opernhaus hat. Der Grund ist, dass der aktuelle Sultan ‚Qaboos bin Said al Said Fahd bin Mahmoud al Said‘ enge Beziehungen zu Europa pflegt und ein grosser Fan der klassischen Musik ist.


Wir wurden zum Opernhaus gefahren, welches 2011 fertiggestellt worden ist. Das grosse weisse Gebäude liegt auf einem weiten Gelände. Als wir die Oper betraten, sahen wir die wunderschönen Einrichtungen, welche alle in Oman hergestellt worden sind und Handwerksarbeiten von höchster Qualität darstellen. Eine Violinistin empfing uns mit traditioneller Musik.



Das Innere der Oper ist hochmodern, alles ist digitalisiert, auf der Rückseite jedes der 1’100 Plätze ist ein kleiner Bildschirm, auf welchem die Operntexte auf arabisch gezeigt werden. Gerade wurde die Bühne für eine weitere Opernproduktion bereitgemacht.




Oman ist neben Brunei das einzige Sultanat. Es ist eine absolute Monarchie und hat keine demokratischen Strukturen. Der Vater von Qaboos vertrat eine sehr konservative Linie und schottete das Land fast vollständig von den Nachbarn ab. Auch die Gesetze und die Gesellschaftsstruktur waren mittelalterlich, es existierten weder Schulen noch Strassen. 1970 wurde dieser Sultan von seinem Sohn Qaboos gestürzt und ins Exil verbannt.


Schnell begann Qaboos den Oman zu modernisieren. Dabei halfen ihm die Einnahmen aus dem Verkauf des neu gefundenen Erdöls, welche auch heute noch 70% der Einnahmen von Oman ausmachen.


In 40 Jahren wurde aus einem der rückständigen Länder ein hochmoderner Staat. Dabei vermied der Sultan den Fehler sich allzu sehr an den Westen anzubiedern.


Heute hat Oman moderne Häuser, aber keine Wolkenkratzer, saubere Strassen und Spitäler. Die Gesellschaftsstruktur ist immer noch sehr konservativ. Die Frauen zeigen sich in der Öffentlichkeit meist nur in schwarz. Trotzdem hat man überall das Gefühl willkommen zu sein.



Muscat wurde kürzlich zur zweitsaubersten Stadt der Welt gewählt (hinter Singapur).

Am Nachmittag nahmen wir an einer Führung durch Muscat teil. Muscat liegt verteilt zwischen der zerklüfteten Küste.

Wir fuhren zur grossen Moschee, welche leider am Nachmittag geschlossen ist, aber auch von Aussen ist dieses Gebäude sehr eindrücklich (siehe Titelbild).


Das alte Muscat liegt etwas südlich vom neuen Stadtteil. Dort besuchten wir das Museum, welches in einem typischen omanischen Haus untergebracht ist.




Eine weitere Station war der Palast des Sultans. Er besitzt mehrere Paläste und dieser hier in Muscat dient nur dem Empfang von Staatsgästen.




Am Ende der Tour wurden wir zum Souk (Markt) von Muscat gebracht, wo wir uns noch entsprechend für die geplante ‚Arabian Night‘ einkleiden konnten.



Muscat hat uns sehr gefallen und ist auf jeden Fall eine Reise wert! Mit Oman Air kann man günstig nach Asien fliegen und dabei einen Zwischenstopp in Muscat machen.