World Cruise 2016 - 12. April

Salalah, Oman


Wir sind im Süden von Oman angekommen. Salalah liegt unweit der Grenze zu Jemen und war bis 1970 die Hauptstadt Oman’s. Die Stadt hat rund 200’000 Einwohner, eine wunderschöne Moschee und einen Palast.


Die wirkliche Bedeutung von Salalah ist aber, dass sich hier eines der wenigen Anbaugebiete von Weihrauch befindet.
Weihrauch war bereits bei den Ägyptern sehr beliebt und wurde bis ins 19. Jahrhundert mit Gold aufgewogen.

Weihrauch ist ein kristallisiertes Harz, welches aus den Rinden der Boswellia Bäume gewonnen wird. Diese Bäume werden sehr alt und wachsen nur in Somalia, Äthiopien und Oman. Dem Harz werden sowohl heilende, als auch betäubende Wirkungen zugeschrieben. Nicht zuletzt deswegen, wird Weihrauch auch heute noch in religiösen Zeremonien verwendet.


Aus dem Harz werden auch Öle hergestellt, welche dann in Parfüms verwendet werden. Heute ist der Handel mit Weihrauch nicht mehr bedeutend, weshalb auch nur noch wenige Bäume im Hinterland von Salalah zu finden sind. Es existiert aber immer noch ein Weihrauch Souq in der Stadt und überall kann man den Geruch von Weihrauch riechen.


Der Hafen von Salalah hat strategische Bedeutung da er im Falle einer Blockade der Strasse von Hormuz durch die Iraner als Versorgungshafen für die Emirate im persischen Golf dienen würde. Daher ist der Hafen auch gut ausgebaut und sehr modern.


Wir erreichten den Hafen gegen Mittag und die Busse warteten bereits auf die Passagiere. Wir waren heute für eine Führung gebucht, welche uns auch ins Umland von Salalah bringen sollte.


Wir fuhren zuerst nach Süden entlang der Küste. Obwohl dieser Teil Oman’s in den Tropen liegt, fuhren wir durch eine Wüste in welcher kaum Regen fällt. Wir fuhren zu einem fantastischen, weissen, menschenleeren Strand an welchem nur ein paar Kamele badeten.





Am Ende des vier Kilometer langen Strandes hielt der Bus auf einem Parkplatz und wir wurden über einen Pfad auf eine zerklüftete Steinplatte geführt. Hier befinden sich mehrere ‚Blowholes‘. Blowholes sind Löcher im Gestein, welche bis zum Meeresspiegel hinunter reichen. Bei Flut drücken die Wellen das Wasser in die Löcher und es spritzt oben als Fontäne in die Luft.


Leider waren wir bei Ebbe bei den Blowholes angekommen. Trotzdem war das laute Fauchen aus den Löcher eindrücklich und angsteinflössend.


Wir fuhren weiter in die nahegelegenen Berge und konnten links und rechts an den steilen Flanken unzählige frei lebende Kamele sehen. Immer wieder tauchten kleine Bauernhöfe auf zu welchen diese Kamele gehörten.


Bald erreichten wir einen Parkplatz auf 800 Meter Höhe. Wir gingen zu einer kleinen Moschee und betraten einen Raum in welchem ein rund vier Meter grosses, grünes Tuch über eine Art Grab gelegt war.


Unser Guide erklärte uns, dass es sich hier um das Grab des Propheten ‚Job‘ handelte. Job entstammt aus der direkten Linie von Abraham, welcher als Stammvater im alten Testament sowohl für das Christentum, das Judentum und den Islam eine wichtige Rolle spielt (unser Destination Lecturer Job Fleming wies uns bereits am Vorabend darauf hin, dass Job angeblich noch an zwei weiteren Orten begraben sein soll).


Es ging zurück in die Stadt. Bei einem kurzen Halt beim Weihrauch-Museum konnten wir endlich ein paar der seltenen Bäume sehen. Dann ging es weiter zu den Souqs wo man sich mit dem einst so wertvollen Harz eindecken konnte.


Gleich hinter den Souqs lag ein weiterer, weisser, menschenleerer Traumstrand und wir mussten einfach kurz in das warme Wasser steigen.


Nach Muscat hat uns auch Salalah sehr gut gefallen. Die Stadt ist sehr sauber und macht einen guten Eindruck, auch wenn der Tourismus diese Gegend noch nicht wirklich erreicht hat. Oman ist bezüglich Tourismus ein schlafender Riese. Die Leute sind freundlich, das Land ist sauber und die Strände fantastisch. Bereits sind auch in Salalah die Bagger aufgefahren und bauen neue 5-Sterne Hotels.


Vermutlich wird es mit der Idylle, welche wir hier angetroffen haben bald vorbei sein.